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Badenova Stadtlauf Offenburg 2012

Badenova Stadtlauf Offenburg 2012 (Foto: © C. Mehlich)

Mein Laufbericht vom Badenova Stadtlauf 2012 in Offenburg

Bereits zum dritten Mal hatte ich mich für den Badenova Lauftag in Offenburg angemeldet. Auch diesmal wieder für den kurzen Lauf über 7,5 km. Zwar habe ich mittlerweile Gefallen an der Halbmarathon-Distanz gefunden und ein langer Sonntagslauf hätte mir ebenfalls gut in den Kram gepasst, aber die 8 Runden durch die Offenburger Innenstadt - so schön sie auch sein mag - schrecken mich doch ein wenig ab.
Drei Runden reichen vollkommen. Man hat genügend Gelegenheit sich jedes Schaufenster im Vorbeilaufen in Ruhe anzuschauen - dann ist aber auch gut.

Wenig Andrang herrschte bei der Startnummernausgabe. Das lag vielleicht auch daran, weil ich in diesem Jahr etwas später dran war als in den Jahren zuvor. Die Nervosität, die mich 2010 schon um 9:00 Uhr in die Stadt trieb, ist mittlerweile der Coolness eines erfahrenen Volksläufers gewichen, dem es reicht eine halbe Stunde vor dem Start fertig zu sein.

Am Rathaus traf ich meine beiden Arbeits- und Laufkollegen, die zusammen mit mir im Team "LG Rückenwind" starten wollten. Nachdem jeder noch mal auf'm Klo war (und ich meinen Footpod, den ich vor lauter Coolness zuhause vergessen hatte und den mir meine Frau nachtragen musste, abgeholt hatte) trabten wir uns kurz warm um uns pünktlich in der Startaufstellung einreihen zu können. Kurz vor 11:00 Uhr wurde der Start traditionell um eine viertel Stunde verschoben. Es waren noch ein paar Halbmarathonis auf der Strecke.

Vom Start weg versuchte ich meine geplante Pace zu finden ("irgendwas um die fünf"), was sich aber auf dem ersten Kilometer, bedingt durch die Masse an Startern, die zwar am Start recht weit vorne standen, dann aber mit Bummeltempo ("irgendwas um die acht") losliefen, nicht so ganz einfach gestaltete. Im Zickzackkurs quälte ich mich durch einen Pulk von Teilnehmern, die wohl - wahrscheinlich auch vor lauter Coolness - ihre Nordic-Walking-Stöcke zuhause vergessen hatten. Aber nach der ersten kleinen Schleife durch die City hatte sich das Feld schon angenehm auseinander gezogen. Einen Tempomacher fand ich ebenfalls. Vor mir lief ein Typ, ganz in schwarz, mit hochgekrempelter Longtight - eine durchaus kreative Möglichkeit den Wetterbericht zu interpretieren - exakt im gleichen Tempo. Das sollte aber nicht lange so bleiben.
Nach der ersten Runde wurde er schneller und hatte, da ich nicht jetzt schon an meinem Limit laufen wollte, bald einen ordentlichen Vorsprung herausgelaufen. Aber auch das sollte nicht lange so bleiben.

Ein Läufer mit einem Kreuz so breit wie die Schrankwand in einem durchschnittlichen deutschen Wohnzimmer lud mich zwischenzeitlich förmlich zum Windschattenlaufen ein.

Auch in diesem Jahr gelang es mir nicht einer Überrundung zu entgehen. Kurz vor Ende der zweiten Runde zog Marco Utz, der spätere Sieger, in einem solchen Tempo an mir vorbei, dass ich nur noch den Kopf schütteln hätte können; dies aber nicht tat, weil Kopfschütteln bloß unnötige Energieverschwendung ist. Und die brauchte ich noch für die letzte Runde.

Meinerseits das Tempo erhöhend konnte ich bald wieder zu Old Wickeltight aufschließen und diesen auch relativ unbeschwert überholen. Schnappatmend setzte er sich nämlich gerade mit seinem Leistungseinbruch auseinander, der Arme. Mit kurzen Hosen wär' das nicht passiert!

Zum letzte Mal an der Stadtmauer entlang, zum letzten Mal an der Sparkasse vorbei (soll dieses Meisterstück spätbetonischer Architektur nicht sowieso abgerissen werden), zum letzten Mal in die Fußgängerzone abbiegen. Die Stimmung an der Strecke war wieder mal super, auch wenn in diesem Jahr scheinbar weniger Zuschauer das Spektakel besuchten. Aber egal. Ich konnte - mit der letzten Reserveschippe an Kohlen - einen passablen Endspurt hinlegen und den Lauf mit einer für mich absolut akzeptablen Zeit von 38:04 beenden.

Überglücklich aber erschöpft sank ich nach der Ziellinie ohnmächtig zu Boden...

Nee, tat ich natürlich nicht. Am nächstbesten Getränkestand labte ich mich mit einem kräftigen Schluck aus der Bad Peterstaler Isotonen-Quelle und ging dann zu meinen Lieben, um dort auf den Zieleinlauf meiner beiden Mitstreiter zu warten.

Die Verbesserung meiner Zeit um etwa eine Minute im Vergleich zu 2011 lässt mich zwei äußerst interessante Rückschlüsse ziehen:

Wenn es damit so weitergeht, dann werde ich
a) in zwei Jahren nicht mehr überrundet und
b) 2026 den Stadtlauf gewinnen!

Na wenn das nix ist...